Mittwoch, 28. August 2019

Heute nachmittag war ich (Helmut) beim Radiosender ZP-30 eingeladen, um mich mit dem Programmkoordinator und dem Direktor des Senders zu unterhalten.

Es war sehr spannend, vom Auftrag und der Arbeit dieses Senders zu hören. Umgekehrt konnte ich von Entwicklungen im Rundfunkbereich und allgemein den Medien in Europa berichten. Hier ein paar Highlights aus dem Gespräch:

Sendemast Filadelfia mit 25 kw Sendeleistung

Gesendet wird auf Mittelwelle, einem Band, das in Deutschland keine Bedeutung mehr hat. Der Grund ist die höhere Reichweite. ZP-30 hat einen 25 KW Sendemast zur Verfügung, der unter guten Bedingungen (am Abend) bis zu 400 km des Umlands erreicht – etwa bis zur Hauptstadt Asuncion. Damit werden die verschiedenen Siedlungen und Kolonien des Chaco erreicht.

Senderlogo

Es handelt sich um einen christlichen Sender, ähnlich dem ERF in Deutschland; er finanziert sich durch Spenden und Werbeeinnahmen. Dabei wird in verschiedenen Programmblöcken in 8 verschiedenen Sprachen gesendet: Spanisch, Deutsch, Platt, Guarani und in weiteren indigenen Sprachen..

Crescencio Fernandez Moderator

Das Programm richtet sich an die Bedürfnisse der verschiedenen Sprachgruppen: Es gibt regionale und überregionale Nachrichten, private Kleinanzeigen (Kuh entlaufen, Motorrad zu verkaufen …), kommerzielle Werbung, z.B. Landwirtschaftsbedarf, aber auch Rat und Zuspruch für verschiedene Lebenssituationen. Die Bindung der Hörer ist hoch, deren Radio läuft u.U. den ganzen Tag auf diesem Sender, selbst wenn gerade Programm in einer anderen Sprache läuft. Eine Reihe von Sendungen ermöglicht telefonische Rückmeldung (Grüße, Familiennachrichten) über den Sender.

Auch hier wird das Web für das Radio immer wichtiger. Derzeit kann man darüber Kontakt zum Sender aufnehmen, das Programm mithören oder Nachrichten nachlesen. Auch eine App (derzeit nur Streamingfunktionalität) existiert schon; beides soll in naher Zukunft ausgebaut werden.

Egon Doerksen, der Programmkoordinator im Sendestudio

Ein schönes Ergebnis des Gesprächs war, dass die Leitung des Senders die Möglichkeit für Praktika angeboten hat. Vielleicht werden einmal Studierende aus dem Medienbereich meiner Hochschule, z.B angehende Ressortjournalisten oder aus dem Bereich Multimedia und Kommunikation, hier ein Praktikum machen. Ich bin sicher, dass die Arbeit bei diesem interkulturellen Sender und das Leben in Paraguay eine bereichernde und einmalige Erfahrung sein kann. Falls jemand, der das liest, Interesse hat, bitte bei mir melden – ich stelle gerne den Kontakt her und helfe beim Abklären der Modalitäten.

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